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Ruhr Museum: Raně středověké Porýní a Porúří v době od pádu Říše římské do vlády Otonů (Werdendes Ruhrgebiet)

Ruhr Museum se nachází v průmyslové zóně německého Essenu a v upravené originální industriální architektuře do 23. srpna 2015 nabízí pod názvem Werdendes Ruhrgebiet (Spätantike und Frühmittelalter an Rhein und Ruhr) rozsáhlou umělecko-historickou a archeologickou výstavu o raně středověkém Porýní a Porúří v době pozdní antiky, během stěhování národů a v období formování raně středověkého císařství.

Porýní bylo důležité území, protože řeka tvořila přirozenou hranici mezi Římskou říší a Germány, mezi městskou civilizací a kulturou založenou na venkovském způsobu života. Současně Rýn sloužil jako dopravní dálnice, byl významný z hlediska vojenského i obchodního. Tato pohraniční oblast tak nabízí poznání prolínání kulturních vlivů i životního stylu.

To vše dokumentuje řada exponátů, z nichž mnohé byly objeveny až v posledních desetiletích. Nálezy doplňují rekonstrukce antických opěrných center – kastelů a také germánských vesnic. Autory zajímala každodennost – běžný život lidí v oblasti pohraničí, ale také dobový luxus, zejména rozmanité šperky a ozdoby.

Status quo v poměru mezi Římany a Germány radikálně změnil stěhování národů. Je to doba, kdy více méně chybí písemné záznamy a o mnohém v Porýní a Porúří vypovídají právě jen archeologické nálezy, které byly na výstavě ve značném množství shromážděny.

Výstava v závěru dokumentuje integraci tohoto regionu do Franské říše, rozkvět v době Karla Velikého, ale také situaci, kdy vody Rýnu brázdily vikinské lodě.

Raný středověk dokumentují cenná umělecká díla, ukázky středověkého zlatnictví a iluminovaných rukopisů, ale také oděvní součásti, sklo, keramiky, nástroje řemeslníků i zbraně. Celkem má katalog výstavy přes 500 položek a výstavy se účastní na sedmdesát zapůjčitelů.

Značnou pozornost autoři výstavy věnovali příchodu křesťanství do Porúří a s ním související misionářské aktivity i zrod nových uměleckých center karolinské a otonské doby. Organizátoři využili také dvě unikátní stálé kolekce v Essenu a jeho okolí, které zahrnuly do rámce celého projektu: jde o katedrální pokladnici v Essenu (Domschatz Essen) s prvotřídní kolekcí raně středověkého zlatnictví a pokladnici benediktinského opatstvím ve Werdenu (Schatzkammer St. Ludgerus), která se může pochlubit bronzovými kamennými plastikami z 11. století.

Atrakcí jsou samozřejmě Zlatá madona z Essenu, sedmdesáticentimetrová kultovní plastika, vytvořená v Porýní kolem roku 980, a tzv Werdener Bronzekruzifix, metr vysoký bronzový Kristus na kříži z doby kolem roku 1060. V obou muzeích je současně připravena speciální výstava doplňující hlavní výstavu v Ruhr Museum.

Katalog mající 400 stran je soustředěn především na katalogová hesla k jednotlivým exponátům. Úvodní statě mají pouze informativní charakter. Možná by podobná výstava mohla být inspirací i pro země v Podunají (Rakousko, Česká republika a Německo), kde Dunaj představoval stejně jako Rýn přirozenou hranici mezi Římany a Germány.

 

Peter Kováč

 

Werdendes Ruhrgebiet. Spätantike und Frühmittelalter an Rhein und Ruhr

Ruhr Museum UNESCO­Welterbe Zollverein Areal A (Schacht XII), Kohlenwäsche (A14) Gelsenkirchener Straße 181, 45309 Essen, 27. März bis zum 23. August 2015, Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

Spuren der Antike. Antikenrezeption auf der Essener Dominsel

Dom und Domschatz Essen, Burgplatz 2, 45127 Essen, 27. März bis zum 23. August 2015, Dienstag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr, Sonntag von 11.30 bis 17 Uhr


Werdener Stein­ und Bronzeplastik des 11. Jahrhunderts

Schatzkammer St. Ludgerus, Brückstr. 54, 45239 Essen-Werden, 27. März bis zum 23. August 2015, Dienstag bis Sonntag 10 bis 12 Uhr und 15 bis 17 Uhr

 

Internet:

http://www.domschatz-essen.de/antike-spuren-auf-der-dominsel/

https://www.ruhrmuseum.de/sonderausstellungen/aktuell/sonderausstellung-detail/newsdetail/werdendes-ruhrgebiet-spaetantike-und-fruehmittelalter-an-rhein-und-ruhr///2015/03/27/

http://www.domschatz-essen.de/antike-spuren-auf-der-dominsel/

 

 

Anotace pořadatelů:

 

Werdendes Ruhrgebiet. Spätantike und Frühmittelalter an Rhein und Ruhr

Ruhr Museum

27. März 2015 bis 23. August 2015

 

Umbrüche und Veränderungen kennzeichneten die sogenannten „dunklen Jahrhunderte“ an der Ruhr zwischen der Zeit der Römer und Germanen und der Zeit Karls des Großen. In dieser fast schriftlosen Periode, deren Erforschung vor allem über archäologische Funde erfolgt, erscheint Vieles bis heute unbekannt und rätselhaft. Und dennoch wurden bereits damals und in der darauf folgenden Zeit der Christianisierung die Grundlagen für die Blüte des mittelalterlichen Ruhrgebiets gelegt – wenn auch dieser industriell geprägte Begriff erst Jahrhunderte später entstand.

 

Das Ruhr Museum knüpft mit dem Thema und dem Titel seiner Ausstellung an die erste große Ausstellung im Ruhrgebiet nach dem Krieg an, die 1956 auf der Villa Hügel in Essen unter dem Namen „Werdendes Abendland an Rhein und Ruhr“ gezeigt wurde. Kam damals das Ruhrgebiet allerdings nur am Rande vor, so liegt heute – möglich geworden durch die Forschungsergebnisse der letzten 50 Jahre – der Fokus auf den historischen Entwicklungen vom 3. bis zum 11. Jahrhundert an Rhein, Lippe und Ruhr.

Die Integration dieser Region ins Frankenreich während der Sachsenkriege Karls des Großen schuf am Ende des 8. Jahrhunderts die Voraussetzung für die Gründung des Klosters Werden durch den friesischen Missionar Liudger. Die Benediktinerabtei wurde schnell zu einem geistigen, kulturellen und weltlichen Knotenpunkt, von dem wesentliche Impulse für die weitere Entwicklung der Region ausgingen. Gemeinsam mit dem in der Mitte des 9. Jahrhunderts gegründeten Frauenstift Essen wirkte es in seiner Bedeutung aber weit darüber hinaus. Damit formierte sich an Rhein, Lippe und Ruhr erstmals ein kulturell wie politisch zunehmend homogener Raum, der sich während der Industrialisierung zum heutigen Ruhrgebiet wandelte. In den Jahrhunderten zuvor war die Region stets Grenzbereich und Kontaktzone gewesen: zunächst zwischen Römern und Germanen und später zwischen Franken und Sachsen.

Die vom Wiener Architekten Bernhard Denkinger gestaltete Ausstellung besteht aus fünf großen Kapiteln. Im Bereich LEBEN vermitteln zahlreiche Fundstücke aus den verschiedenen Epochen einen Eindruck vom Alltag der Menschen im Grenzgebiet, ihrer Umwelt und ihren Lebensgrundlagen und auch von den wechselseitigen Beziehungen. STREITEN richtet den Blick auf die vielen Plünderungszüge und Kriege, die für das Leben der Menschen über Jahrhunderte eine stetige Gefahr darstellten. Das Kapitel GLAUBEN behandelt die Dimension des Kultischen und Religiösen, die mit der Durchsetzung des Christentums sowohl durch friedliche Mission als auch durch gewaltsame Unterwerfung einen grundlegenden Wandel erfuhr. In räumlicher Hinsicht wie auch inhaltlich stehen im Abschnitt WERDEN das Kloster Werden und das Stift Essen im Zentrum der Ausstellung. Die ausgestellten Handschriften veranschaulichen dabei deutlich die neue Bedeutung der Schriftkultur. Das abschließende Kapitel DEUTEN beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Annäherungsformen der Nachwelt an die Frühzeit der Region, angefangen von der ersten humanistischen Rezeption bis zur ideologischen Indienstnahme durch die Nationalsozialisten.

Gezeigt werden über 800, zum Teil noch nie ausgestellte kulturhistorische Objekte, archäologische Funde und kostbare Handschriften von über 70 Leihgebern. Höhepunkte sind die ältesten und wertvollsten Kleinodien aus den Kirchenschätzen und Bibliotheken von Werden und Essen. Neben diesen stets sorgsam gehüteten Kostbarkeiten illustrieren archäologische Exponate das Leben der Menschen im „werdenden Ruhrgebiet“: Kleidungsbestandteile, Schmuck, Gefäße aus Glas und Keramik, dazu aber auch Werkzeuge und Waffen geben Einblicke in die Zeit vor über tausend Jahren.

 

Einige Hauptwerke der ottonischen Kunst wie die Goldene Madonna, der Siebenarmige Leuchter und der Werdener Bronzekruzifixus befinden sich noch heute an ihren ursprünglichen Bestimmungsorten. „Werdendes Ruhrgebiet“ bezieht daher die Essener Dominsel sowie die Werdener Schatzkammer als Ausstellungsorte mit ein. Der Ausstellungsteil „Antikenrezeption auf der Essener Dominsel“ betrachtet die Schatzstücke des Essener Stifts auf ihre antiken Wurzeln hin. Die Ausstellung in Werden „Werdener Stein- und Bronzeplastik des 11. Jahrhunderts“ stellt die Bildhauerkunst um 1050 in den Mittelpunkt.

 

Werdener Stein- und Bronzeplastik des 11. Jahrhunderts

Schatzkammer St. Ludgerus in Essen-Werden

Werdener Stein- und Bronzeplastik des 11. Jahrhunderts – Sonderausstellung, die in der Schatzkammer St. Ludgerus in Essen-Werden vom 27. März 2015 bis zum 23. August 2015 zu sehen ist. Die Werdener Schatzkammer St. Ludgerus ist externer Standort und Teil der Ausstellung Werdendes Ruhrgebiet. Spätantike und Frühmittelalter an Rhein und Ruhr im Ruhr Museum Essen. Bei der Sonderaustellung in Werden steht die Blütezeit des Werdener Klosters anhand herausragender Kunstwerke aus Erzmetall und Sandstein im Mittelpunkt. Dies sind vor allem Objekte, die zur Ausstattung der Abteikirche in Werden entstanden. Höhepunkt ist das sog. Werdener Bronzekruzifix, das älteste Großkruzifix des Mittelalters aus Erzmetall und die qualitätsvollen Steinreliefs mit geistlichen Männern und Frauen vom Grab des hl. Liudger. Leihgaben aus dem Schnütgen Museum in Köln und dem Kunstgewerbemuseum SMPK in Berlin ergänzen die Sammlung. Zusammen mit den Werdener Sandsteinreliefs, die vermutlich zu einer Grabtumba des hl. Liudger gehörten, präsentieren die Kunstwerke die hohe künstlerische Qualität einer Werkstatt in Essen oder Werden. Es zeichnet sich in Essen-Werden ein lokaler Stil im 11. Jahrhundert heraus.

 

Spuren der Antike. Antikenrezeption auf der Essener Dominsel

Dom und Domschatz Essen

Dom und Domschatz Essen zeigen die Sonderausstellung zum Thema »Spuren der Antike. Antikenrezeption auf der Essener Dominsel« vom 27. März bis zum 23. August 2015. Sie ist Bestandteil der Ausstellung »Werdendes Ruhrgebiet. Spätantike und Frühmittelalter an Rhein und Ruhr« im Ruhr Museum Essen. »Spuren der Antike. Antikenrezeption auf der Essener Dominsel« zeigt, welche Spuren das Altertum in Architektur, Schatz-, und Buchkunst hinterlassen hat. Die ottonischen Kaiser, zu deren Herrscherhaus das Essener Frauenstift eine besondere Nähe aufwies, stellten sich wie die karolingischen Herrscher vor ihnen in die Tradition der antiken römischen Kaiser. Die von Kaiser Karl dem Großen begründete renovatio imperii (Erneuerung des Kaiserreiches) wollte das antike Herrschaftsideal, das Bildungswesen und die künstlerische Hochkultur wiederaufleben lassen. Sichtbarer Ausdruck dafür findet sich bis heute in Architektur und Kunst dieser Zeit, ein Phänomen, das als karolingische und ottonische Renaissance bezeichnet wird.


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